Vom 23. bis 25. Mai diesen Jahres fand die große Wallfahrt der traditionellen Katholiken von Paris nach Chartres statt. Ziel der Pilger ist die Stoffreliquie der Mutter Gottes, die als Schleier Mariens seit vielen Jahrhunderten ehrfurchtsvoll in der beeindruckenden altehrwürdigen Kathedrale von Chartres aufbewahrt wird. Natürlich geht es bei dieser Wallfahrt nicht um die Anbetung eines Kleidungsstückes, wer also vielleicht diesen Gedanken beim Lesen dieser Zeilen bekommen hat, der irrt sich. Bei der Wallfahrt von Paris nach Chartres zeichnet sich in der Gegenwart auch heute das ab, was uns aus den Heiligen Evangelien bekannt ist. Wir werden erinnert daran, dass Maria bei der Hochzeit zu Kanaan den Dienern sagte, „Was er sagt, das tut“. Maria weißt uns immer auf Jesus Christus unseren Herrn und Heiland hin. Der Heiland, der unser Erlöser ist, er der Weg, Wahrheit und Leben ist. Wenn wir auf das Johannesevangelium schauen, so lesen wir im Passionsbericht der Kreuzigung Jesu, dass es Jesus selber gewesen ist, der vom Kreuze herab liebevoll sich an Johannes und Maria wendend sagte: „Siehe Deinen Sohn“ und zu Johannes: „Siehe Deine Mutter“. Der Heiland, der natürlich darum weiß, dass wir Menschen immer eine besondere Beziehung zu unserer Mutter haben. Ob als Kind oder als Erwachsener, bewegt uns etwas, oder bedrückt uns etwas, suchen die meisten Menschen vor allem den Rat der Mutter. So dürfen wir es uns als großes Geschenk annehmen, dass wir dank der liebenden Fürsorge Jesu außer unserer leiblichen Mutter, auch eine geistliche, eine himmlische Mutter haben. Diese himmlische Mutter ist niemand geringeres als seine eigene Mutter, die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria selbst. Das ist die Kernaussage und das Grundverständnis der gesunden katholischen Marienfrömmigkeit. So wie damals bei der Hochzeit zu Kanaan sie zu den Dienern sagte, „Was er Euch sagt, das tut“, so nimmt sie auch uns in unseren Sorgen und Nöten liebevoll an die Hand und führt uns stets zu Christus hin. Was sagt der Heiland uns denn, wenn wir quasi kurz zusammenfassen wollen, was er uns sagt?
Die Antwort darauf ist so einfach wie in der Tiefe herausfordernd. Liebt, seid liebevolle Menschen, und lasst Euch von der Liebe Gottes beschenken, stärken und trösten. Versucht in Eurem Alltag das Dreifachgebot der Liebe zu praktizieren und zu leben. Das Gottesliebe, die sich in unserer Communio, unserer Gemeinschaft mit Gott, unserer Hinwendung zu Gott zeigt. Beten wir morgens und abends, beten wir zu den Mahlzeiten, und danken wir Gott für alles, was wir haben? Für soviel, was wir für selbstverständlich erachten, was für ein Großteil der anderen keineswegs selbstverständlich ist, weil viele es gar nicht haben. Suchen wir die Liebe Gottes im Empfang der Heiligen Sakramente, besonders im Empfang des Bußsakramentes, also der Heiligen Beichte und der Heiligen Kommunion? Gehen wir liebevoll und warmherzig mit unseren Mitmenschen um? Oder vergessen wir, dass auch jeder von uns ein armer sündiger Mensch ist, mit Ecken und Kanten, mit Fehlern und Schwächen, und wenn wir auf unseren Nächsten mit unserem Finger zeigen, dass gleichzeitig drei Finger auf uns selbst zeigen? Haben wir eine gesunde Eigenliebe? Die uns in Erinnerung ruft, dass alles, was wir haben an Gutem, Gnade und Barmherzigkeit ist, dass uns der uns liebende Gott unverdient immer wieder von Neuem schenkt!
Dass wir wertschätzend und pflegsam mit unserem Körper umgehen müssen, der, wie die Heilige Schrift uns lehrt, Tempel des Heiligen Geistes ist! Das ist das Dreifachgebot der göttlichen Liebe Fußwallfahrt und genau dahin werden wir geführt werden, wenn wir vertrauensvoll die Hand der himmlischen Mutter ergreifen.
20.000 junge Menschen haben sich genau von dieser Botschaft ergreifen lassen, und lassen sich vertrauensvoll an der Hand Mariens zu unserem Heiland führen. 20.000 junge Menschen, der allergrößte Teil von ihnen unter 30 Jahre alt, haben auf der 100km langen Strecke von Paris nach Chartres ein beeindruckendes Beispiel gegeben bei ihrer diesjährigen Fußwallfahrt. Auch wenn die Wallfahrt nach Chartres viele Hundert Jahre alt ist, so ist diese Fußwallfahrt über Pfingsten von jungen Katholiken erst 1983 aus einer kleinen Gruppe entstanden. Von Jahr zu Jahr sind es immer mehr geworden, und so liest sich die Statistik der letzten Jahre mit großem Staunen und Verwunderung. 16.000 waren es im Jahre 2023, 18.000 2024, 19.000 2025, 20.000 in diesem Jahr 2026. Schon jetzt ist deutlich klar geworden, dass im nächsten Jahr mit einem weiteren großen Andrang von Pilgern zu rechnen ist, und die Organisatoren mit bis zu 22.000 Pilgern rechnen. Als die Anmeldung der diesjährigen Wallfahrt freigeschaltet wurde, dauerte es nur wenige Stunden, bis dass die Kapazitätsgrenze ausgeschöpft war. Mehrfach mussten die Veranstalter ihre Kapazitäten erweitern. Es erinnert ein klein bisschen an den Bericht der Speisung der 5.000 aus den Heiligen Evangelien, wenn wir uns ins Bewusstsein rufen, dass Verpflegung, Übernachtung und Sicherheit (Security) für eine derart große Menschenmenge, die drei Tage zu Fuß unterwegs ist, auf eine Strecke von 100km eine gewaltige Herausforderung organisatorisch ist. Knapp 100 Priester sind nötig gewesen, die ebenfalls zu Fuß die jungen Menschen begleiteten, um die Heilige Kommunion zu spenden bei der täglich gefeierten Heiligen Messe. Diese wird auf dieser Wallfahrt ausschließlich nur im alten Ritus gefeiert, des sogenannten tridentinischen Ritus in lateinischer Sprache, der bis zum zweiten Vatikanischen Konzil auch bei uns überall Standard war.
Die jungen Menschen haben einen gewaltigen Hunger nach Gott, nach Liturgie in Ehrfurcht und Erhabenheit, die das menschliche Begreifen übersteigt, da sie auf das Erlösungsopfer, Kreuzesopfer und Sühneopfer der Heiligen Messe in einzigartiger Weise hinweist. Die jungen Menschen wollen eben nicht, wie irrtümlicher Weise von progressiven Katholiken angenommen und fälschlicher Weise oft behauptet, Pop- und Rock-Gottesdienste mit E-Gitarre und Schlagzeug. Sie wollen keine Themenmessen, bei denen es meistens sowieso nur um Weltliches geht! Sie wollen keine Theatermessen, bei denen man kontinuierlich zugedröhnt wird, und keine Zeit für Stille und Kontemplation, für stilles persönliches Gebet findet! Natürlich gibt es auch eine winzige Minderheit von jungen Menschen, die eher zu den modernistischen Varianten sich hingezogen fühlen, aber die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache. Die fragwürdigen, uninteressanten, alten Klamotten, die vom minimalen Rest der Alt-68er und einer handvoll ewig gestriger Sympathisanten, die zwar immer lautstark rumpoltern mit den abgedroschenen, abgelaufenen ollen Kamellen, wie z.B.: der in Deutschland als synodalen Weg bezeichneten, aber durch die Weltkirche schon längst im hohen Maße häretischen und tendenziell schismatischen synodalen Irrweg entlarvt und Gott sei Dank vom Heiligen Vater Papst Leo XIV. und vom Heiligen Stuhl abgewatscht wurde!
Es muss uns doch alle wachrütteln, dass eben für die jungen Menschen, die Generationen der Zukunft, ganz andere Aspekte wichtig sind, als jene, die von progressiven Kreisen fälschlicher Weise immer behauptet werden. Will uns vielleicht die göttliche Vorsehung damit einen Wink mit dem Zaunpfahl geben? Anstatt, dass soviel Mühe, Zeit und Kraft, in diesen synodalen Irrweg gesteckt wird, sollten wir dieses Potential nicht eher in eine echte Neuevangelisierung unseres Landes stecken? Eine echte Neuevangelisierung, die sowohl theologisch, als auch in Sitte und Moral der traditionellen Lehre der römisch-katholischen Kirche entspricht? Wir würden doch dumm und fahrlässig handeln, wenn wir weiterhin zum Trauermarsch der ewig gestrigen progressiven Modernisten voranschritten!
Die Jugend macht es uns vor! Wir sind verpflichtet, wenn uns unser Glaube wirklich wichtig ist, uns dem guten Vorbild der jungen Menschen anzuschließen, die auf dem guten Weg sind, eine neue Blüte der Kirche, und des katholischen Glaubens im Morgen und Übermorgen hervorzubringen. Wir erleben seit einigen Jahren das riesige Phänomen, dass junge Erwachsene und Jugendliche viel konservativer und werteorientierter sind, als viele von uns heute. Die Zahlen an Taufen und Übertritten aus anderen Glaubensgemeinschaften zur römisch-katholischen Kirche, zeigen mittlerweile nicht nur in Afrika, Asien und Südamerika, sondern auch in Nordamerika und Europa ganz klar nur in eine Richtung, nämlich nach oben!
Unerklärlich ist es, dass gerade die Tradition so eine riesige Faszination auf die Jugend ausübt. Dort, wo die ewig gestrigen Progressiven ihren Trauergesang über das angebliche Aussterben der Volkskirche krächzen und jaulen, erschallt auf der anderen Seite in höchst festlicher Weise der immer lauter und erhabener werdende Chor der Jugend, die Gott die Ehre geben in Anbetung und Lobpreisung. Die Orte, an denen Wahrheit und Treue der katholischen Tradition verkündet und gelebt wird, ganz besonders selbstverständlich wo der alte Messritus gefeiert wird, platzen zunehmend aus allen Nähten durch die herbei strömende Jugend. Genau das gleiche Phänomen erleben wir, wenn wir auf die Priesterseminare der Tradition schauen, wie z.B.: bei der Petrusbruderschaft oder bei dem Institut Christus König und Hoher Priester, und anderen mehr. Wann mögen wohl auch endlich so manche Bischöfe aufwachen, in deren progressiven Priesterseminaren oft nur der deprimierende Blues der traurigen Einsamkeit wahrzunehmen ist, im Vergleich zur fröhlichen Stimmung des neuen Frühlings in den traditionellen Priesterseminaren.
Die Jugend macht es uns vor, also lasst uns doch ihrem guten Vorbild folgen!
Nicht alle Meinungen in diesem Beitrag müssen auch Meinungen der Bayernpartei sein.






Kommentar verfassen