Hat sich die Bundeswehr in den vergangenen Jahrzehnten von einer überwiegend männlich geprägten Streitkraft zu einer Organisation entwickelt, die Vielfalt und Chancengleichheit zunehmend fördert? Wenn man sich so die Fotos der Bundeswehr betrachtet: auf den Bildern bekommt man den Eindruck, das sind ja alles „männliche, weiße Bio-Deutsche“, also eindeutig: „Nein“! Wo sind denn die Diversen?

Unter Diversität versteht man die angebliche Vielfalt von Menschen hinsichtlich Geschlecht, Herkunft, Religion, Weltanschauungen, Alter, sexueller Orientierung, kulturellem Hintergrund oder körperlichen Voraussetzungen. Die Frage, wie divers die Bundeswehr ist, lässt sich daher durch die Betrachtung verschiedener Aspekte leicht beantworten.

Was sagt die Statistik? Die spricht eine eindeutige Sprache: Nur 13,29% der Soldaten sind weiblichen Geschlechts, im Umkehrschluss also 86,71% männlichen. Wo finde ich die diversen Leute?

Wenn die Bundeswehr sich tatsächlich für muslimische Soldaten, und auch transgender affinen Soldatinnen und Soldaten geöffnet hat, wie behauptet im Bericht, warum schlägt sich das nicht in den Werbeträgern für die Bundeswehr nieder, in denen ausschließlich Bio-deutsche, weiße männliche Soldaten abgebildet sind? Exemplarisch ist das Titelbild, in dem ausdrücklich nur die oben angegebene Provenienz von Soldaten wie beschrieben vorzufinden ist, und keine Angehörige der Streitkräfte, die muslimischer oder transgender affiner Herkunft sind. Im Falle der muslimischen Bundeswehrangehörigen, da man ja muslimische Weltanschauungsbegleiter anbietet, müsste man davon ausgehen, dass sie stärker repräsentiert sein müssten, was nachweislich nicht der Fall ist.

Wo sind diverse Soldatinnen und Soldaten, insbesondere schwangere Soldatinnen, für die sogar Panzer umgebaut werden sollen, wenn es nach Ursula von der Leyen, von manchen auch als Flinten-Uschi bezeichnet, gehen soll?

Ein wichtiger Bereich der Diversität wäre die Gleichstellung von Frauen und Männern, da seit dem Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofes im Jahr 2001 Frauen in Deutschland in allen militärischen Laufbahnen dienen können. Zwar ist der Anteil weiblicher Soldatinnen seitdem kontinuierlich, aber nur sehr verhalten, gestiegen. Dennoch sind Frauen in der Bundeswehr weiterhin extremst überdeutlich unterrepräsentiert. Besonders in kämpfenden Truppengattungen wie der Infanterie oder den Panzertruppen liegt ihr Anteil ultimativ niedrig. In Bereichen wie dem Sanitätsdienst oder der Verwaltung sind Frauen maßvoll stärker vertreten.

Allerdings existieren keine umfassenden offiziellen Statistiken über den Anteil von Soldatinnen und Soldaten mit Migrationsgeschichte, da die Erhebung solcher Daten in Deutschland scheinbar nicht erfolgt, was ja sehr bezeichnend ist! Mag die Bundeswehr als offener Arbeitgeber, der Bewerberinnen und Bewerber unabhängig von ihrer Herkunft beurteilen möchte, gelten? Auch diese Frage wird man mit „Nein“ beantworten müssen!

Ein weiterer Aspekt betrifft die religiöse Diversität. In der Bundeswehr dienen Angehörige verschiedener Weltanschauungen sowie Menschen ohne religiöse Bindung. Neben der traditionellen katholischen Militärseelsorge, sowie der entsprechenden Begleitung von Soldaten und Soldatinnen anderer Weltanschauungen und religiöser Interpretationen wurden in den vergangenen Jahren neue Angebote geschaffen. So gibt es inzwischen auch muslimische kulturelle Begleitungen, um den Bedürfnissen muslimischer Soldatinnen und Soldaten Rechnung zu tragen. Man will sich hier ein Feigenblatt umbinden, wie es den Anschein hat.

Zwar wird das Leitbild der Menschenwürde, der demokratischen Werte und des respektvollen Umgangs miteinander betont, und sich der Herausforderung nicht verschlossen, jenen kulturfremden Weltanschauungen, die Grundwerte unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, ganz besonders Artikel 1 „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ deutlich zu machen und in das persöniche Stammbuch zu schreiben. Um „Vielfalt“ zu stärken, werden regelmäßig Schulungen zu Antidiskriminierung, interkultureller Kompetenz und Gleichstellung durchgeführt. Was nützt das, wenn an den Wirklichkeiten vorbeigegangen wird?

Diversität und weltanschauliche „Vielfalt“ sind letztendlich Scheindebatten, und, vergessen wir es nicht, die Bundeswehr ist und bleibt eine weiße, männliche, Bio-deutsche Domäne.

Da nützt dann auch nicht der Hinweis auf die zehntausenden von Soldaten mit Russlanddeutscher Herkunft, denn diese sind ebenso weiße und mit überwältigender Mehrheit männlich. Übrigens, ohne diese menschliche Ressource wäre die Bundeswehr viele Jahre lang handlungsunfähig gewesen. Das Bezeichnende ist aber leider auch, dass die Entscheider der BRD, natürlich hauptsächlich aus den westdeutschen Eliten entsprungen, zwar die „russische Ressource“, weil zäh, anspruchslos und befehlskonform, gerne in die Truppe aufgenommen haben, aber sich ansonsten einen Dreck um deren deutsch-russische Identität scheren. Denn es wäre ja ein leichtes gewesen, einen orthodoxen Seelsorger im Bundeswehrdienst zu etablieren, was aber bis dato noch nicht passiert ist. Soviel zum Thema Diversität in der Bundeswehr!

„Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten und Meinungen sind die des Autors und entsprechen nicht zwangsläufig der Position der Bayernpartei.“

Foto: Bundesministerium der Verteidigung: https://www.bmvg.de/de/themen/verteidigung/bundeswehr-parlamentsarmee, Berlin 2026

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